1990 zur wiedervereinigung unterzeichneten zwei-plus-vier-vertrag

In einem Interview aus dem Jahr 2014 kehrte Gorbatschow jedoch um, indem er sagte, dass das Thema “NATO-Erweiterung” als solches “überhaupt nicht diskutiert” werde, obwohl er behauptete, dass die Entscheidung, die NATO nach Osten zu erweitern, eine “Verletzung des Geistes der Erklärungen und Zusicherungen war, die uns 1990 gemacht wurden”. [13] Die Frage, die nach der Zerstörung der Berliner Mauer blieb, war, ob und wann die beiden Deutschen wieder vereint werden sollten. Die Kräfte in beiden deutschen Gesellschaften drängten auf Einheit, und im Gefolge der aufgehobenen Reisebeschränkungen bewegten sich die beiden Länder in Richtung eines einheitlichen Währungssystems. Im März 1990 fanden in der DDR weite Wahlen statt, bei denen der westdeutsche Staatschef Helmut Kohl und Parteien, die mit westlichen Amtskollegen wie den Christdemokraten und den Sozialdemokraten verbunden waren, mit überwältigender Mehrheit unterstützt wurden. Damit wurde die Weichen für die Auflösung der OSTDEUTSCHEn Regierung und die Eingliederung des Staates in die Bundesrepublik Deutschland unter der bestehenden Verfassungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland gestellt. Kanzler Kohl (r.) traf den sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow (m.) im Juli 1990 im Kaukasus mit Genscher, bis bis zur letzten Minute unklar blieb, ob der Vertrag angenommen werden würde. Schwierige Fragen mussten geklärt werden: Soll das wiedervereinigte Deutschland Mitglied der NATO werden? Was würde mit den noch in der DDR stationierten sowjetischen Truppen geschehen? Darüber hinaus blickten die europäischen Nachbarn Deutschlands trotz ihrer Freude über die Wiedervereinigung mit Sorge auf die neue Großmacht in ihrer Region. Würde Deutschland seine Grenzen respektieren? Aus den Dokumenten geht hervor, dass mehrere nationale Führer die Mitgliedschaft Mittel- und Osteuropas in der NATO ab Anfang 1990 und bis 1991 in Erwägung ziehen und ablehnen, dass die Diskussionen über die NATO im Rahmen der deutschen Einigungsverhandlungen 1990 keineswegs eng auf den Status des ostdeutschen Territoriums beschränkt waren und dass nachfolgende sowjetische und russische Beschwerden über die Irreführung über die NATO-Erweiterung in schriftlichen zeitgenössischen Memcons und Telcons auf höchster Ebene begründet wurden. Der Vertrag erlaubt es Deutschland, Bündnisse zu bilden und ihnen anzugehören, ohne ausländischen Einfluss in seiner Politik.

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